
Strategische Partnerschaft stärkt digitale Kardiologie
Eine kürzlich vereinbarte strategische Partnerschaft soll Berlin als Europas Zentrum der digitalen und translationalen Kardiologie stärken. Dafür kooperieren künftig das Medizintechnikunternehmen BIOTRONIK, die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Stiftung Deutsches Herzzentrum.
Das Berliner Medizintechnikunternehmen BIOTRONIK, spezialisiert auf die Entwicklung intelligenter Herzimplantate, das Deutsche Herzzentrum der Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Stiftung Deutsches Herzzentrum wollen gemeinsam die kardiovaskuläre Versorgung voranbringen. Forschungsergebnisse sollen schneller in die Praxis zu den Patienten gelangen. Dafür setzen die Kooperationspartner auf Digitalisierung und Vernetzung.
Erste Projekte der im Mai vereinbarten Kooperation konzentrieren sich auf die Entwicklung KI-gestützter Tools und fortschrittlicher Simulationsumgebungen, um Herzimplantate und digitale Behandlungsansätze weiterzuentwickeln. Wobei die Partner nicht bei Null anfangen, sondern bereits bestehende Projekte im Bereich kardiovaskuläre Gesundheitsversorgung weiterführen.
Datengetriebene Kardiologie
„Diese strategische Partnerschaft zeigt, wie universitäre Medizin und privatwirtschaftliche Forschung gemeinsam die Weichen für eine datengetriebene Kardiologie stellen. Besonders wichtig ist uns, dass im Rahmen der Kooperation nicht nur Innovationen vorangetrieben, sondern auch die nächste Generation von Herzspezialistinnen und -spezialisten für die Herausforderungen der digitalen Medizin ausgebildet wird“, betont Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité. Deshalb ist ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation die Aus- und Weiterbildung von Herz-Kreislauf-Experten.
Prof. Gerhard Hindricks, kommissarischer Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin am DHZC sowie leitender Projektmanager, geht davon aus, dass die Zusammenarbeit Forschungsergebnisse schneller in die Patientenversorgung bringen wird: „Neue Technologien verändern die Behandlung von Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz rasant. Am DHZC treiben wir Innovationen in allen wichtigen Teilgebieten der Herz-Kreislauf-Medizin voran. Diese Partnerschaft mit BIOTRONIK ermöglicht es uns, den Weg vom Labor zum Krankenbett zu beschleunigen und wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die klinische Praxis zu überführen, zum Wohle der Patientinnen und Patienten.“
Auch Dr. Volker Lang, Senior Vice President Research & Development bei BIOTRONIK, geht davon aus, dass Patienten schneller und besser versorgt werden können: „Die Zukunft der kardiovaskulären Versorgung ist digital, vernetzt und prädiktiv. Durch die Integration fortschrittlicher KI, Telemonitoring und implantierbarer Technologien in die klinische Forschung verändern wir die Herzversorgung und ermöglichen weltweit bessere Behandlungsergebnisse für Patientinnen und Patienten.“
Stiftungsprofessur für digitale und translationale Kardiologie
Um international erfahrene Forscher aus dem Bereich der digitalen Kardiologie und verwandter Fachgebiete nach Berlin zu holen, ist eine Stiftungsprofessur für digitale und translationale Kardiologie an der Charité geplant, für die das Besetzungsverfahren derzeit läuft. Sie soll einen Schwerpunkt auf die Entwicklung digitaler Innovationen in den Bereichen Elektrophysiologie und Herzinsuffizienz legen.

BIOTRONIK
Rüdiger Koop/Universität des Saarlandes
Heartbeat.Bio